16. Mai 2022

Food Waste – Wenn Lebensmittel auf dem Müll landen

Wir leben im totalen Überfluss. Und kaufen mehr, als wir konsumieren können. Das Ergebnis: Food Waste. Wie Du weniger Lebensmittel verschwendest? Wir sagen’s Dir.

Food Waste – Wenn Lebensmittel auf dem Müll landen

Food Waste – Der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken.

Wusstest du, dass alleine in Deutschland jährlich circa 12 Millionen (!) Tonnen Lebensmittel weggeschmissen werden? Ganz vorne mit dabei sind Privathaushalte, auf diese entfallen unfassbare 52% (6,1 Mio. Tonnen) an Lebensmittelabfällen. Pro Person sind das ganze 75 Kilogramm Lebensmittel, Tendenz steigend. Diese Zahlen muss man erst mal sacken lassen. Und dann handeln! Was Du tun kannst, um Deine Lebensmittelverschwendung so gering wie möglich zu halten, und worin der Unterschied zum Begriff “Food Waste” liegt? Das alles und noch viel mehr erfährst Du in diesem Artikel. 

Unsere Inhalte im Überblick:

  • Food Waste - was ist das?
  • Kurz erklärt -  Food Waste, Lebensmittelverlust und Co.
  • Food Waste - Zahlen und Fakten
  • Food Waste und das Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Wie Du Deinen Food Waste minimieren kannst

Food Waste – was ist das? 

Kurz und knapp: Wenn Lebensmittel, die eigentlich für den menschlichen Konsum produziert wurden, statt auf dem Teller auf dem Müll landen, spricht man von Food Waste. Und der kann wiederum ganz unterschiedliche Gründe haben: Ähnelt bei der Ernte ein Apfel eher einer Birne und ist die Karotte etwas zu krumm gewachsen, entsprechen sie nicht der Norm und werden – bevor sie überhaupt eine Chance haben, im Supermarktregal zu landen – entsorgt. Auch in der Gastro, Restaurants und Co werden Überbleibsel und Tellerreste entsorgt, natürlich spielt hier auch das Thema Hygiene eine zentrale Rolle, aber gibt es dafür nicht eine bessere Lösung? 

Wie wir bereits zu Beginn erfahren haben, können wir nicht nur mit dem Finger auf Produzenten und Handel zeigen, schließlich sind wir (Du und Ich) die großen Vorreiter, wenn es um Lebensmittelverschwendung geht. Der mehlige Apfel schmeckt nicht mehr? Weg damit. Die Tomaten wurden im hintersten Regal des Kühlschranks vergessen? Weg damit. Und so weiter und so weiter. Aber das Gute ist ja, dass man es mit den richtigen Tipps & Tricks in der Zukunft besser machen kann – wie erfährst Du später noch. 

Kurz erklärt: Food Waste, Lebensmittelverlust und Co.

Hast Du schon mal den Begriff Food Waste gegoogled? Dann wird Dir sicherlich schnell aufgefallen sein, dass in diesem Kontext ganz unterschiedliche Wörter verwendet werden. Höchste Zeit, Licht ins Dunkle zu bringen. 

  • Food Waste gleich Lebensmittelverschwendung.
  • Beide Wörter referieren auf den Prozess der Reduzierung von Lebensmitteln am Ende der Wertschöpfungskette, d. h. die Lebensmittel sind bereits beim Verbraucher, in der Gastro oder im Supermarkt angekommen und werden dort aus unterschiedlichen Gründen entsorgt.

  • Lebensmittelverlust.
  • Fällt zu Beginn der Wertschöpfungskette an, d. h. bereits bei der Ernte, beim Transport und bei der Lagerung kommt es zu einer Reduzierung der Lebensmittel. Beispiel: Extreme Wetterlagen sorgen für eine qualitativ minderwertige Ernte oder Produktspezifikationen und Qualitätsmerkmale entsprechen nicht den von der Lebensmittelindustrie vorgegebenen Normen.

  • Lebensmittelabfall.
  • Bezieht sich auf alle Phasen der Wertschöpfungskette, in der Lebensmittel unabhängig vom jeweiligen Grund entsorgt werden. 

    Food Waste – Zahlen und Fakten

    Food Waste entsteht entlang der Wertschöpfungskette in allen Bereichen: von der Produktion über den Handel hin zu Privathaushalten. Das nachfolgende Diagramm, zeigt die jährliche prozentuale Verteilung der Lebensmittelverschwendungen in den jeweiligen Bereichen: 

    • Die ersten Lebensmittel – insgesamt 30% (3,6 Mio. Tonnen) – werden bereits zu Beginn der Wertschöpfungskette, d. h.  in der Produktion und Verarbeitung entsorgt. Hier wird alles aussortiert, was nicht die richtige Optik hat, falsch gelagert wurde oder andere Mängel durch den Transport aufweist. 
    • Mit gerade mal 4% (0,5 Mio. Tonnen) betreibt der Groß- und Einzelhandel am wenigstens Lebensmittelverschwendung. Was natürlich daran liegt, dass vorab schon alle “unbrauchbaren” Lebensmittel entsorgt wurden. 
    • Wie bereits angekündigt, zählen Privathaushalte zu den größten Sündern: 52% (6,1 Mio. Tonnen) Lebensmittel werden hier entsorgt, obwohl man sie noch hätte verwerten können. 
    • Der prozentuale Anteil der Außer-Haus-Verpflegung – also Gastro, Restaurants, Erlebnis- und Freizeitgastronomie sowie Betriebs- und Gemeinschaftsgastronomie – liegt bei 14% (1,7 Mio. Tonnen).

    Interessant sind auch die demografischen Unterschiede: Studien haben gezeigt, dass die Lebensmittelverschwendung innerhalb einigen Altersgruppen höher ist als bei anderen. Ältere Generationen, die zu Zeiten des 2. Weltkrieges aufwuchsen, tendieren dazu, viel seltener Lebensmittel wegzuwerfen, wohingegen jüngere Bevölkerungsgruppen durchaus mehr unverdorbene (!) Lebensmittel entsorgen. Und jetzt kommt das, mit dem sicherlich niemand gerechnet hat: Bei den Generationen X und Y landet am meisten im Müll! Eine große Rolle spielt hier das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum: Während jüngere Menschen die meisten Produkte schon kurze Zeit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums als “verdorben” bezeichnen, werden ebendiese Produkte von älteren Generationen als “noch haltbar” bezeichnet. 

    Und wie sieht das Ganze auf internationaler Ebene aus? Leider nicht viel besser. In Entwicklungsländern werden pro Jahr circa  44% an Lebensmittel verschwendet. Grund dafür sind oftmals unzureichende Technologien und Infrastrukturen, schlechte Lager- und Kühlanlagen und extreme Transport- und Wetterbedingungen. In Industrieländern wie Europa und Nordamerika liegt der jährliche pro-Kopf Abfall im Durchschnitt zwischen 95 und 115 Kilogramm. In Deutschland sind es 12 Millionen Tonnen pro Jahr, das sind 75 Kilogramm pro Kopf. Länder wie die Schweiz (310 Kilogramm pro Kopf) und Belgien (345 Kilogramm pro Kopf) schaffen das sogar noch zu toppen. In den USA werden circa 126 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet, das macht 415 Kilogramm pro Kopf.  

    Food Waste und das Mindesthaltbarkeitsdatum

    Der Joghurt hat mal wieder das Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz MHD) überschritten? Dann fragst Du Dich sicherlich auch: Wegschmeißen oder doch noch essen? Die Antwort ist: Aufmachen, anschauen, riechen, testen. Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum soll dem Verbraucher lediglich einen groben Richtwert dafür geben, wie lang bestimmte Lebensmittelgruppen ungefähr haltbar sind. Sollten Joghurt, Tofu und Co also mal wieder einige Tage über dem Mindesthaltbarkeitsdatum sein, bedeutet das nicht, dass Du sie nicht mehr essen kannst. Wusstest Du, dass die Lebensmittelbranche sogar überlegt, das MHD komplett abzuschaffen, um so der enormen Verschwendung entgegenzuwirken? 

    Auch viele Tiefkühlgerichte enthalten ein MHD, wenn Du sie aber richtig kühlst und sicherstellt, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird, sind auch diese Produkte oftmals viel länger haltbar als angegeben. Auch wir von Every. setzen uns aktiv mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander und möchten mit unserem Konzept dazu beitragen, diese großen Mengen an verschwendeten Lebensmitteln in den nächsten Jahren zu verringern. Unsere herzhaften und süßen Bowls, Suppen und Snacks passen in jeden Tiefkühler und lassen sich auch ohne großen Zeitaufwand zubereiten – entdecke hier unser ganzes Sortiment. 

     

    Wie Du Deinen Food Waste minimieren kannst.

    • Foodsharing is Caring. 

    Beim Foodsharing geht es darum, noch essbare, aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel zu retten. Es handelt sich z. B. um Überproduktionen und Lebensmitteln, die optisch nicht der Norm entsprechen, das MHD überschritten haben oder andere Mängel aufweisen. Produzenten, Händler und Co können diese nicht einwandfreien Produkte bei unterschiedlichen Foodsharing-Organisationen abgeben und dort werden sie dann an Hilfsorganisationen oder Einzelpersonen weitergegeben. In manchen Fällen passiert dies gegen kleines Geld, in anderen ganz ohne Gegenleistung. 

    Du hast mal wieder viel zu viel eingekauft und weißt nicht wohin mit all den Leckereien? Frag doch mal bei Deinen Freunden, ob sie vielleicht noch etwas brauchen, ansonsten gibt es auch hierfür Facebook-Gruppen und andere Plattformen, auf denen Du Deine Lebensmittel mit anderen Menschen teilen kannst. 

    • Tiefkühlessen 

    Der immense Vorteil an gefrorenem Essen, ist dass das Du Dir keinen Stress wegen dem Verfalldatum machen musst. Tiefkühlprodukte halten Monate. Im Fall von Every. Gerichten, sogar ein ganzes Jahr. Das hilft Dir Zusätzlicher Vorteil: das Essen bleibt frisch, knackig und voll an Nährstoffen. Entdecke unsere Sortiment von tiefgefrorenen, veganen Fertiggerichten.

    • Die richtigen Mengen einkaufen. 

    Bei Dir landen oft XXL-Packungen im Einkaufswagen, die Du am Ende nicht alleine konsumieren kannst? Das liegt daran, dass Discounter und Supermärkte auf Familien ausgerichtet sind. Statt große Packungen an Äpfeln, Tomaten oder Zwiebeln mitzunehmen, greife lieber auf einzelnes Obst und Gemüse zurück – auch dieses findest du in den Supermärkten. Noch besser ist es allerdings, auf regional und saisonal zu setzen und in Bioläden oder auf Wochenmärkten einzukaufen.  

    • Die inneren Werte zählen. 

    Das gilt auch für Obst und Gemüse. Krumme Gurken, Karotten mit kleinen Auswüchsen oder eine unförmige Aubergine sind nichts anderes als eine Laune der Natur und sicherlich nicht tödlich. Für den Lebensmittelhandel sind solche kleinen Schönheitsfehler allerdings unattraktiv, und somit für den Verkauf ungeeignet. Das war viele Jahre ein großes Problem. Doch zum Glück hat auch hier ein Umdenken stattgefunden: Mittlerweile gibt es spezielle Online-Shops, die Obst-und Gemüse mit kleineren Mängeln zum Verkauf anbieten. 

    • Wochenplaner und Einkaufslisten. 

    Ist man erst mal im Supermarkt angekommen, kann einen die enorme Auswahl an Produkten schon etwas überfordern: Bei all den vielen Leckereien vergisst man schnell, was man eigentlich kaufen wollte. Durch diese Reizüberflutung werden wir oft dazu verleitet, Dinge mitzunehmen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Beides führt im schlimmsten Fall zu Food Waste. Ein gut durchdachter Wochenplan mit Gerichten und die dazu passende Einkaufsliste erleichtern Dir nicht nur den Einkauf (und Alltag), sondern verhindern auch, dass am Ende der Woche unnötig Lebensmittel im Abfall landen. 

    •  Kühlschrank oder Vorratskammer?

    Wusstest Du, dass es für jede Lebensmittelgruppe den optimalen Platz im Kühlschrank gibt? Mit der richtigen Lagerung sind insbesondere frische und empfindliche Lebensmittel viel länger haltbar. So machst du’s richtig: Das oberste Fach ist mit 7 bis 10 Grad am “wärmsten”, hier verstaust Du am besten Lebensmittel, die nicht so schnell verderben wie zubereitete Gerichte, Marmelade und Saucen. Das mittlere Fach ist mit 6 bis 7 Grad optimal für Milch und Milchprodukte wie Quark, Joghurt, Sahne oder Käse geeignet. Und in das unterste und damit auch kühlste Fach gehören schnell verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst. Und last but not least gehören Obst und Gemüse ins – wie sollte es anders sein – Gemüsefach.  Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Bananen, Zitrusfrüchte, Gurken und Tomaten sollten besser in der Vorratskammer verstaut werden. Und auch Deinen Gefrierschrank solltest Du in Schuss halten – wie Du das am besten machst, erfährst Du in unserem Artikel rund um das Thema “Gefrierschrank abtauen”.

    Und was gehört in die Vorratskammer? Trockenprodukte (z. B. Reis, Nudeln, Nüsse), Konserven und andere haltbare Produkte (z. B. Kaffee, Müsli, Kartoffeln). Natürlich kommt es auch immer ein wenig darauf an, wie Deine Vorratskammer gebaut wurde, denn es macht bei der Lagerung schon einen Unterschied, ob die Lebensmittel 24/7 extremem Sonnenlicht ausgesetzt sind oder es eher kühl und dunkel ist.  

    • Smart verwerten, statt wegwerfen!

    Was soll man bloß mit mehligen Äpfeln oder überreifen Bananen anfangen? Vieles. Mehlige Äpfel oder Birnen schmecken auch in Smoothies, Marmeladen oder Obstmus noch richtig lecker. Und überreife Bananen sind die perfekte Zutat für Bananenbrot, eingefroren lässt sich aus ihnen auch eine gesunde Eis-Alternative herstellen. Nicht mehr ganz frisches Gemüse kannst du ebenfalls in einem Smoothie verwerten oder entsaften und Deinem Körper so eine kleine Kur gönnen. 

    Du hast am Vortag etwas zu viel Kartoffeln, Nudeln oder Reis gekocht? Diese lassen sich auch noch Tage (!) später wunderbar in Curries und Pfannengerichten verwenden, und das Beste: Du sparst Dir sogar einen Schritt bei der Zubereitung. Überreste von Cremesuppen, Dips oder Aufstrichen kannst du als Geschmacks-Kick zu Pfannengerichten geben oder als Saucen zu Gemüsegerichten servieren. 

    • Apps checken. 

    Du willst die Welt ein bisschen besser machen, Ressourcen smarter nutzen und so der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken? Ist man vor einigen Jahren noch Containern gegangen (d. h. man hat bei Nacht- und Nebelaktionen die Container großer Supermärkte nach noch essbaren Lebensmitteln durchsucht), reicht heute schon ein Blick aufs Smartphone. Es gibt mittlerweile zahlreiche nützliche Apps, die Dir anzeigen, wo in der Gastro, Restaurants und Co Lebensmittelreste anfallen. Diese kann man dann oft zu Ladenschluss und gegen kleines Geld abholen. Zu diesen Apps zählen unter anderem: Etepetete, Zu gut für die Tonne!, Too Good To Go, Eat Smarter und viele mehr. 

    Unser Fazit: Das Thema Food Waste wird uns leider noch einige Jahre begleiten, aber jeder Einzelne kann etwas tun, um seine Verschwendung so gering wie möglich zu halten. Wir korrigieren: Muss etwas tun, um seine Lebensmittelverschwendung so gering wie möglich zu halten. Laut Welthungerhilfe hungern weltweit bis zu 811 Millionen Menschen und über zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung. Und wir fragen uns in Anbetracht der großen Mengen an verschwendeten aber noch genießbaren Lebensmitteln: Wie kann das sein?

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