20. Juni 2022

Scharfes Essen – Multitalent Schärfe

Chilischoten, scharfe Paprika, schwarzer Pfeffer. Zutaten oder Wundermittel? Wie gesund ist scharfes Essen? Wir untersuchen die Wirkung auf Körper und Seele!

Scharfes Essen – Multitalent Schärfe

Unsere Inhalte im Überblick:

Scharfes Essen rund um die Welt

In heißen Ländern wie Indien wächst vielerorts der extrascharfe Bhut Jokolia Chili; grundlegende Zutat von Speisen wie Tikka Masala oder dem Khakra-Brot; und auch weitere scharfe Gewürze wie etwa Kurkuma oder Pfeffer sind sehr beliebt. Sri Lanka rühmt sich mit seinem Curry Gewürz, das einer Vielfalt an Essen von Linsen, Fleisch bis über Fisch, die ikonische Schärfe verleiht. Weiter findet man in dieser Region auch das Thai-Chili, regionale Alternativen, Marinaden, Sojasauce, Kimchi, in Chili und Ingwer getränkte Chinakohl-Blätter oder auch Wasabi. Auch in einigen Ländern Afrikas möchte man Schärfe auf keinen Fall missen: So werden einige Speisen mit Piri Piri gewürzt und in Nordafrika wird es schwer, an der Harissa-Paste vorbeizukommen. Mit Blick auf scharfes Essen in Südamerika sehen wir zudem: Die wohl berühmteste mexikanische Speise heißt Chili con Carne. Und schließlich braucht man gar nicht so weit gehen, denn in deutschen Küchen sind Pfeffer, Paprika, Meerrettich, Knoblauch, Senf oder Ingwer gar nicht wegzudenken.

Was genau verbirgt sich aber hinter diesen gesundheitlichen Vorteilen scharfer Gerichte?

Capsaicin – Gesunder Scharfmacher

Der Scharfstoff Capsaicin ist das kleine Wunder aus der Familie der Capsaicinoide, das in u.a. Pfeffer oder Chili steckt. Als Faustregel gilt dabei: Je höher der Capsaicin-Gehalt, desto schärfer der Geschmack. Außer über Ernährung kriegt man ihn für den konzentrierten Verzehr auch in Tabletten- oder Pflasterform.

Der kleine Scharfmacher ist wahrlich eine Goldgrube, die für den Menschen eine Vielfalt gesundheitlicher Vorteile bietet. Capsaicin entfaltet seine Kraft in fast allen Systemen des menschlichen Körpers, wo er entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ und stoffwechselanregend wirkt. Wie sieht das konkret aus? 

Mehr scharfes Essen für die Gesundheit

1. Der Abkühleffekt

Schärfe löst einen Hitze- oder Schmerzreiz aus. Das aktiviert die Durchblutung der Schleimhäute und Erwärmung des Gewebe. Die Poren öffnen sich und wir bekommen Hitzewallungen, unsere Körpertemperatur wird optimal reguliert und wir damit vor Überhitzung geschützt. Der damit einhergehende Abkühleffekt kurbelt den Kreislauf an und wird bei hohen Temperaturen zudem als willkommen empfunden. 

Interessant dabei ist: Da durch diesen Prozess allerdings keine tatsächliche Temperaturerhöhung verursacht wird, können auch kalte scharfe Speisen heiß schmecken. Werden scharfe Speisen zusätzlich heiß serviert, empfinden wir sie als noch schärfer. Im Gegensatz zu anderen Geschmacksempfindungen ist Schärfe zusätzlich zum Mund auch in anderen Körperregionen spürbar - so kann es uns schon mal im Ohr jucken.

2. Der Pepper-High-Effekt

Das in scharfem Essen enthaltene Capsaicin sorgt nicht nur für Erfrischung, sondern kann auch unsere Stimmung verbessern. Wie? Indem es zur Ausschüttung von Endorphinen beiträgt, die uns glücklich fühlen lassen - man spricht dann auch vom sog. „Pepper-High-Effekt“.Ganz nebenbei: Wusstest Du, dass eine gute Durchblutung eine wesentliche Rolle darin spielt, wie viel “Lust” wir haben? Gut, dass scharfes Essen da ganz natürlich nachhelfen kann! Studien bestätigen nämlich: Scharfe Lebensmittel sind einem gesunden Sexualtrieb zuträglich

 

 3. Schlankmacher Schärfe

Chili & Co. kurbeln den Stoffwechsel an. Dies begünstigt eine erhöhte Kalorienverbrennung und so sieht die Forschung Capsaicin als festen Bestandteil einer jeden Diät zur Gewichtsregulierung, bzw. zum Abnehmen vor. Wie das funktioniert? Der Stoff regt den Speichelfluss an und fördert die Magensaftproduktion, wodurch die Verdauung auf Hochtouren läuft und Nahrung schneller in Energie umgewandelt wird. 

Dank Schärfe fühlen wir uns auch besser, denn Nährstoffe können optimal aufgespalten und in den Organismus aufgenommen und fettreiche Speisen besser verdaut werden. Über scharfe Speisen erfreut sich auch unser Magen-Darm-Trakt, denn sie fördern das Wachstum wichtiger Darmbakterien und die Reduktion böser Keime und Bakterien wie etwa E.Coli. Wer Sodbrennen loswerden will, findet in Scharfem ebenfalls einen neuen Freund.   

4. Frei durchatmen

Ein gut funktionierender Magen-Darm-Trakt ist des starken Immunsystems bester Freund. Die positiven Effekte reichen dabei bis zur Vorbeugung von Erkältungen und durch die erhöhte Schleimproduktion auch leichteres Durchatmen. Nächstes Mal, wenn unsere Nase läuft, greifen wir anstatt zum Nasenspray dann also besser zu ein paar Chiliflocken!  

Schärfe kann aber noch viel mehr: Wegen ihrer Fähigkeit, Schleimhäute stärker durchbluten zu lassen, wirkt sie mit anderen Aromen zusammen, indem sie deren Geschmack verstärkt.

5. Herzensangelegenheit

Dass Capsaicin wortwörtlich spice in unser Schlafzimmer bringt, wissen wir ja jetzt.  Doch, es wird noch besser, denn zusätzlich ist es auch gut fürs Herz! Es agiert nämlich als natürliche Prävention gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und reduziert das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall. Und schließlich hilft es dabei, den Blutdruck zu stabilisieren und den Blutzuckerspiegel zu senken. 

Eine gewisse Schärfe muss sein

Um die geschmackliche Schärfe erfassbar zu machen, gibt es Instrumente wie die Scoville-Skala. Die Scoville-Einheit (engl. Scoville Heat Unit, SHU) markiert dabei, wie viele Milliliter Wasser es für die Verdünnung braucht, um gleichzeitig einen bestimmten Schärfegrad beizubehalten. Das übersetzt sich in einen Capsaicin-Gehalt von 16,1 SHU pro 1mg/kg.

Für eine bessere Vorstellung davon, wie scharf scharf ist, hier eine kleine Übersicht einiger scharfer Lebensmittel samt ihrer SHU:

  •     Peperoni (100-500)
  •     Tabascosauce (2500-5000)
  •     Jalapeno (2500-8000)
  •     Cayenne-Pfeffer (30000-50000)
  •     Piri Piri (50000-100000)
  •     Bhut Jolokia (1000000)
  •     Carolina Reaper (2200000)
  •     Blair’s 16 Million Reserve (reines Capsaicin erhaltende schärfste     Chilisauce) (16000000)

Zu viel der Schärfe

Das Prinzip „Die Dosis macht das Gift“ greift auch, wenn es um scharfes Essen geht. Es sei Vorsicht geboten, denn zu viel des Guten kann das Gegenteil von gesund sein und sogar Schmerzen verursachen. Ist das Essen zu scharf oder konnten wir nicht genug bekommen, äußern sich als Symptom übermäßigen Verzehrs Beschwerden wie Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen, und sogar Durchfall. Weitere mildere Beschwerden sind außerdem Bauchschmerzen oder als unangenehm empfundenes scharfes Aufstoßen. Auch der Blutdruck kann schon mal nach oben schnellen.

Neben Kindern wird auch Personen, die an Magen-Darm-Problemen wie empfindlichen Magen oder Sodbrennen leiden, vom Scharfen abgeraten. Schwangere oder Stillende brauchen sich bei normalen Mengen dagegen keinen Kopf machen. Solltest Du dennoch zu viel erwischt haben und musst gegensteuern, empfehlen sich Milchprodukte wie ein Glas Milch oder etwas Käse, die neutralisierend wirken.

Aber nur mal nebenbei: Die Schärfe-Toleranz ist Gewöhnungssache, denn scharfes Essen unterliegt dem Prinzip der Konditionierung. Das bedeutet, der Schmerz vergeht irgendwann und unsere Wahrnehmung wandelt sich von unangenehm zu angenehm. Unsere Toleranz steigt damit proportional zur Menge. 

Scharf kochen

Du magst es scharf oder Dich haben die gesundheitlichen Vorteile auf ganzer Linie überzeugt und Du möchtest dem Ganzen einfach eine Chance geben? Toll! Aber, es gibt noch das Ein oder Andere zu beachten.

Als Erstes solltest du Dir überlegen, ob Du frische Chilischoten, Flocken oder Pulver brauchst. Dabei ist es wichtig, auf die Größe der Schote zu achten, denn hier gilt: Je kleiner desto schärfer und lieber nachwürzen als zu bereuen. Grundsätzlich ist es aber eine gute Idee die Verpackung unter die Lupe zu nehmen, um mehr über den Schärfegrad zu erfahren.

Hast du dich für Schoten entschieden, solltest du zuerst Samenansätze und Inneres rausschneiden und Deine Schote dann entweder in Ringe oder so klein wie möglich hacken. Achtung! Nicht in die Augen greifen. Bevorzugst du erstmal eher weniger, kannst du deine Speise durch Zugabe von z.B. Joghurt, Sahne oder anderen Milchprodukten „entschärfen“.

Spice für Deine Bowl

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Quellen: